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Lernen wir auch, wie wichtig es ist, solidarisch zu sein!

Liebe Freund*innen der der Steirischen Gesellschaft für Kulturpolitik!

Lange Zeit glaubte man, Zuschauer*in eines Katastrophenfilms zu sein. Von einer ZiB Spezial zur nächsten wurde es immer spannender, sogar die täglichen Pressekonferenzen schienen Teil der Regie. (Was sie auch wirklich waren. Aber es war nicht die Regie in diesem Film.)

Irgendwann kannst du dich der Betroffenheit nicht mehr entziehen und dir wird klar, dass das alles bitterer Ernst ist, dich betrifft und Verantwortung fordert. Italien ist nicht mehr Ziel deiner Meeressehnsucht, sondern deines Mitgefühls, deiner Trauer. Du bist betroffen von den vielen Todesfällen überall auf der Welt.

Du selbst nimmst alle Einschränkungen in Kauf, weil sie dir sagen, das sei notwendig, wollen wir, dass möglichst viele überleben. Du glaubst der Regierung, weil die Spitze ernst und glaubwürdig auftritt. Du schluckst alles, weil du solidarisch sein und nicht zuletzt dich retten willst.

Bei aller Anerkenntnis der Maßnahmen kommt dann die Versuchung zu hinterfragen: Macht die Regierung wirklich einen guten Job? Ja, aber wozu denn diese täglichen Pressekonferenzen, die zwar viel Ankündigungen, aber wenig über deren Vollziehung bringen. Ich bin sicher, da ist primär nichts Böses dahinter, aber die Absicht, aus der Krise auch höchstmöglichen politischen Profit zu erzielen ist nicht zu übersehen. Und man erkennt auch das Unvermögen von manchen Regierungsmitgliedern gerade Sätze in freier Rede zu produzieren, da liest man lieber gleich vom Blatt. Trotzdem, sie machen´s gut. Besonders erstaunlich das Bekenntnis zu staatlichem Handeln. Gut, dass noch nicht alles, vor allem das Gesundheitswesen kaputtgespart ist. Man möge diese Erkenntnis für nachher erhalten. Auch, dass wir viele Menschen nicht österreichischer Abstammung brauchen, um unsere Infrastruktur aufrecht zu erhalten. Auch, dass wir ein gutes Sozialsystem brauchen, das krisenfest ist. Auch, dass wir Künstler*innen brauchen, die Optimismus streamen.

Wir sollten auch daraus lernen, dass diese Künstler*innen, viele Einpersonenunternehmen, freie Dienstnehmer*innen und vor allem auch jene, die von heute auf morgen ihren Job verlieren, nach der Krise nicht vergessen werden dürfen. Und auch diejenigen, die jetzt als die Held*innen in der Krise gefeiert werden. Lernen wir auch, wie wichtig es ist, solidarisch zu sein. Dazu gehört auch, dass man die vielen Flüchtlinge auf den griechischen Inseln seitens des restlichen Europas nicht verkommen lässt.

Nur wenn die Politik das beherzt, kann sie beweisen, dass sie jetzt aus ehrlicher Verantwortung handelt.

Kurt Flecker, April 2020

 

 
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