9.7.2022: SÜD-SÜD-PROJEKT - Eine interdisziplinäre Performance zwischen Spoken Poetry, Musik und Visuals (Volkskundemuseum Graz)

Beginn:
09.07.2022, 20:00 Uhr
Ende:
09.07.2022
Hinweis:
Einlass: 19.30 Uhr; Es gelten die aktuellen Covid-19-Maßnahmen. Eintritt: Pay as you Wish!
Ort:
Volkskundemuseum Graz
Paulustorgasse 11-13a
8010  Graz
Veranstalter:
Steirische Gesellschaft für Kulturpolitik (GKP)
Burggasse 9/2
8010  Graz
Tel: +43 664 1571165
Web: http://www.gkp.steiermark.at/

mit
Patrick Dunst
Irène Furaha Ngoya 
Kojack Kossakamvwe 
Nelson Makengo
Fiston Mwanza Mujila
Do Nsoseme Dora
Grilli Pollheimer

Süd-Süd-Projekt ist ein kollektiver und ideologiefreier Austausch, ein neutraler und gerechter Dialog zwischen Künstlerinnen und Künstlern aus Kinshasa und Graz. Begonnen hat das Projekt im März 2021 in der Demokratischen Republik Kongo und wird nun im Juli 2022 in Österreich gemeinsam mit der Steirischen Gesellschaft für Kulturpolitik weiterentwickelt.

Ein Kooperationsprojekt von:
 Literaturschiff,  Museum Arbeitswelt,  Brick 15,  Afro-Asiatisches Institut Graz,  Steirische Gesellschaft für Kulturpolitik.

Patrick Dunst, Grilli Pollheimer, Irène Furaha Ngoya, Kojack Kossakamvwe, Do Nsoseme Dora, Fiston Mwanza Mujila © Christian Pollheimer
Patrick Dunst, Grilli Pollheimer, Irène Furaha Ngoya, Kojack Kossakamvwe, Do Nsoseme Dora, Fiston Mwanza Mujila
© Christian Pollheimer

Teilnehmende Künstler*innen

Do Nsoseme Dora
Geboren 1994 in Kinshasa. Sie studierte und absolvierte ihr Studium an der Kunstuniversität von Kinshasa, Abteilung für Fotografie. Tätigkeit in Bereichen der Kommunikation und Kunstdesign. Seit 2015 ist sie als Poetin, Bloggerin, Fotografin und Schauspielerin tätig. Sie schreibt derzeit ihre erste Gedichtsammlung.

Irène Furaha Ngoya
kam am 19. Mai 1991 im Kongo zur Welt. Lebt und arbeitet in Kinshasa als Sängerin, Schauspielerin und Köchin. Teilnahme an mehreren künstlerischen Projekten, insbesondere The Voice Africa Francophone im Jahr 2020 und die Neufassung der kongolesischen Nationalhymne mit dem National Institute of Arts.

Christian Kossakamvwe Mpongo
geboren 1978, ist ein Gitarrist und Komponist aus Kinshasa. Alias Kojack ist in der Musik-, Theater-und Tanzwelt rund um den Globus daheim. Seine musikalischen Einflüsse sind Rumba, Jazz, Rock, kongolesischer Folk und Klassik. Zahlreiche Projekte im Kongo und im Ausland. Erste musikalische Erfahrungen im Kindesalter in einem Chor und mit Gleichaltrigen im Selbststudium. Zusammenarbeit mit Musikgruppen wie Kwata Vibra und Wenge Muzika Maison Mère; auf Tour mit Maryse Ngalula und Elie Kamano für Visas pour la création, oder auch für Franco na Biso. Im Januar 2018 arbeitete er mit Fabrizio Cassol und Alain Platel für Requiem pour L. zusammen, mit einer anschließenden zweijährigen internationalen Tournee.

Nelson Makengo
1991 wurde als Sohn kongolesischer Eltern in Ruanda geboren. Lebt und arbeitet als Regisseur, bildender Künstler und Produzent in Kinshasa. Seine Kurzfilme haben viele internationale Preise gewonnen und wurden weltweit gezeigt, unter anderem bei IDFA und Sundance. Kürzlich gewann er den Bronzepreis für seinen Kurzfilm Nuit Debout (Up at Night) bei dem FESPACO. Er ist Stipendiat des Sundance Documentary Film Institute.

Grilli Pollheimer
Grilli Pollheimer wurde 1985 in Rottenmann/Stmk. geboren. An der Kunstuniversität in Graz studierte er unter anderem klassisches Schlagwerk bei Gerald Fromme. Auf zahlreichen Reisen in den Iran, Israel, Indien und in den
Kongo vertiefte er sein Verständnis für unterschiedlichste Musiktraditionen und Trommelkulturen im weitesten Sinne.
Sein Interesse erstreckt sich von der Musik des Barock über Theatermusik bis zur Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Komponisten. Zur Zeit ist Grilli Pollheimer mit der Jazzformation Tribal Dialects und dem Kollektiv Bender Schulz als unterwegs. Konzerte und Musiktheaterproduktionen in / bei:
Styriarte, Wiener Festwochen, Musikverein Wien, Porgy & Bess - Wien, Festival Psalm, Festival Sounding Jerusalem, Wien Modern, Elevate Festival, Jazz Fest Wien, Steirischer Herbst, Jazz Festival Varna, Jazz Festival Trieste, Murszene Graz, Austrian Soundcheck, Jazz Redoute Graz, La Strada, Festival St. Gallen, Klangwolke Schwaz, Museum Rietberg Zürich, International Festival for Contamporary Music Daegu/South Korea, Vereinigte Bühnen Graz, Schauspielhaus Graz, Wiener Burgtheater, Steirisches Kammermusikfestival, Festival für Neue Musik NIKOSIA, DRUM FEST / Polen, Ring Festival Belgrad u.v.m.

Projektverantwortliche

Fiston Mwanza Mujila
geboren 1981 in Lubumbashi (Demokratische Republik Kongo), studierte Literatur und Humanwissenschaften ebendort. 2007 verließ Mwanza Mujila den Kongo und lebte danach u.a. in Belgien, Deutschland, Frankreich und Österreich. 2009/2010 war er Stadtschreiber in Graz. Fiston Mwanza Mujila promoviere an der Grazer Romanistik, wo er afrikanische Literatur lehrt. Er schreibt Gedichte und Kurzgeschichten, aber auch für das Theater. Seine Texte werden in Frankreich, Kongo, Deutschland und Österreich aufgeführt:
§Eine Fahrt ans Mittelmeer, Staatstheater
Mainz, 2011
§Gott ist ein Deutscher, Dramagraz, Graz, 2012
§Mücken sind Kernobst / Requiem für eine Revolution, Theater am Lend, Graz, 2013
§Zu der Zeit der Königinmütter, Akademietheater, Wien, 2019 und Deutsches Theater Berlin 2019
§Der Fluß im Bauch, Schauspielhaus Wien, 2019; Nationaltheater Mannheim 2019;
Centre Meka Kinshasa, 2019 und Theater am Lend Graz, 2019
§Tram 83, Francophonies en Limousin, Frankreich, 2017; Schauspielhaus Graz, 2018;
Nationaltheater Mannheim, 2019.
In seinen Texten reflektiert Fiston Mwanza Mujila das Chaos, die Bürgerkriege, die Jahrzehnte der Diktatur von Mobutu, die seine Heimat seit der Unabhängigkeit von Belgien 1960 präg(t)en. Immer wieder umkreist der Autor die Themen Einsamkeit und Exil, im zweisprachigen Langgedicht „ Le Fleuve dans le Ventre/ Der Fluß im Bauch" strukturieren sie als prägende Elemente den Text. Hier erzählt eine Ich-Figur von Kindersoldaten, Krankheit, Entstellung „und immer wieder vom Fluss Kongo, der für Leben und Identität in ihrer Bedrohtheit steht. Das Ich trägt diesen Fluss «im Bauch», um ihn von Zeit zu Zeit auszuspeien, so wie es den Schmutz der Geschichte und ein verdorbenes Essen ausspeit", so Ilma Rakusa in der NZZ. Über den Kongofluss sagt Fiston Mwanza Mujila selbst: „ Dieser Wasserlauf hat mich so stark inspiriert, dass ich mich dazu verpflichtet fühlte, ihm eine Gedichtsammlung zu widmen [...] Es gibt eine Ambiguität in diesem Fluss [...]. Für einige symbolisiert er die Größe Afrikas und könnte den ganzen Kontinent ernähren. Aber er streikt, macht nichts. Wenn Konflikte ausbrechen, macht er sich daran, die Leichen fortzuschaffen."

Patrick Dunst
Patrick Dunst, MA MMus, geboren 1983 in Graz. Aufgewachsen in England und Österreich. Studium des Saxophon-Jazz an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz, bei Karlheinz Miklin, Don Mensa und Gerald Preinfalk. Abschluss Juni 2008 mit Master of Arts, sowie zusätzliches Studium an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, bei Wolfgang Puschnig. Ab 2004 außerdem Studium des klassischen südindischen Gesangs bei Dr. K. S. Subramanian und Usha Narasimhan am „Chennai Institute for Music of the World", Indien. Im September 2009 schloss er das Master-Studium der Musikethnologie als Jahrgangsbester am Goldsmiths College, Universität London, ab. Seit Juli 2015 Studium des karnatischen und hindustani Konokol bei Muthu Kumar, Rhythm Shala, Bangalore. Seit 2018 Lecturer für Saxofon Jazz ME/IME an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz.
Patrick Dunst lebt als freischaffender Musiker und Komponist in Wien und leitet und komponiert für seine eigenen Ensembles: Impulse Percussion, Virtues, Tribal Dialects, Tripod, das Duo Naima mit dem kongolesischen Autor Fiston Mwanza Mujila.

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