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25.10.2020: „Es könnte anders sein. Utopisches Denken für das 21. Jahrhundert" - Filmbrunch #3 - "Donna Haraway. Story Telling for Earthly Surviving"

Veranstaltungsreihe

Beginn:
25.10.2020, 11:30 Uhr
Ende:
25.10.2020, 16:00 Uhr
Hinweis:
Die Veranstaltungsreihe findet von September - Oktober 2020 statt.
Ort:
KIZ RoyalKino
Conrad-von-Hötzendorf-Straße 10
8010  Graz
Anfahrt:
Interaktive Landkarte 
Veranstalter:
Forum Stadtpark
Stadtpark 1
8010  Graz
Web: http://www.forumstadtpark.at/
Es könnte anders sein. Utopisches Denken für das 21. Jahrhundert 
Es könnte anders sein. Utopisches Denken für das 21. Jahrhundert

Vorstellung des Films durch Markus Gönitzer und Reni Hofmüller

Time Table:
Frühstück 10.00 Uhr bis 11.30 Uhr
Film ab 11.30 Uhr
danach Diskussion zum Film

!! Die Besucher*innenzahl für den Film ist Covid19 bedingt limitiert und es wird um Voranmeldung unter goenitzer@forumstadtpark.at gebeten.
Preis Film: kostenlos bzw. freie Spende

Anmeldung Frühstück: tickets@kinoinfo.at oder 0316 82 11 86
Preis Frühstück: 9,50 Euro


Alle Infos zur Utopie-Reihe: Externe Verknüpfung www.konferenzimforum.at

In Kooperation mit: Externe Verknüpfung Forum Stadpark und Externe Verknüpfung esc medien kunst labor

 

Donna Haraway. Story Telling for Earthly Surviving

Belgien/Frankreich 2016, Regie: Fabrizio Terranova, 81 Minuten (OmU)

Im Jahr 1985 proklamierte Donna Haraway in ihrem bahnbrechenden Essay »A Cyborg Manifesto« Cyborgs als die neue Seinsweise des Menschen. Der Film porträtiert Haraway und begibt sich sprunghaft auf verschiedene Fährten ihres utopisch-feministischen Denkens. In ihrer Theorie spürt sie Fragen der menschlichen Beziehungsweisen, der Koexistenz mit anderen Lebewesen und der postkapitalistischen (Un-)Ordnung von Gender-Identitäten nach. Damit verweist sie auf eine Zukunft voller kühner Verbindungen zwischen Tier, Mensch und Maschine, die überkommene Dualitäten hinter sich lässt. Die von Fabrizio Terranova gedrehte Doku ist ein rares, intellektuelles, stilistisch verspieltes, aber auch humorvoll-exzentrisches Porträt einerder originellen Denkerin. Neben ihren theoretischen Arbeiten werden wir auch die filmischen Strategien der Doku diskutieren, denn der Dokumentarfilm war in den letzten Jahren das Genre, das sich am stärksten dem utopischen Denken verpflichtet sah.

 

Es könnte anders sein. Utopisches Denken für das 21. Jahrhundert.

Utopisches Denken, verstanden als die Vorstellung von einer anderen, einer besseren Welt, ist so alt wie die Menschheit selbst. Der von Thomas Morus geprägte Begriff der Utopie, dem Nicht-Ort, der in Zeit und Raum unbestimmt bleibt, wurde lange als eine von oben bis ins Detail durchgeplante Gesellschaft gedacht. Das 19. und 20. Jahrhundert erlebte unterschiedliche Versuche diese Utopien zu verwirklichen. Zum einen diskreditierten diese - teils katastrophalen - Erfahrungen utopisches Denken an sich, zum anderen sorgten diese Anläufe aber auch dafür, dass Utopien anders und neu gedacht werden mussten, ob nun als „Heterotopie" (Michel Foucault), „konkrete Utopie" (Ernst Bloch) oder "Utopistik" (Immanuel Wallerstein). Entscheidende Impulse zu diesem neuen utopischen Denken lieferten feministische und postkoloniale Theoretiker*innen, wie Frigga Haug oder Silvia Federici.


In der Vergangenheit waren es häufig gesellschaftliche Krisen, die einen Überschuss an utopischen Konzepten hervorbrachten und das Verlangen nach ganz anderen Verhältnissen stärkten. Heute dominieren jedoch allerorten, in der Kunst, der Wissenschaft und der Populärkultur dystopische Vorstellungen. Das „Ende der Welt" scheint, nicht zuletzt angesichts der Herausforderungen der Klimakrise, für viele Menschen vorstellbarer als eine bessere Welt. Der Satz von Theodor W. Adorno, dass „im Innersten alle Menschen, ob sie es sich zugestehen oder nicht, wissen: Es wäre möglich. Es könnte anders sein" ist Titel und Programm der Veranstaltungsreihe. Mittels dreier Formate, einer Filmreihe, einer Reihe an Lesekreisen und einer abschließenden Konferenz, wollen wir ausloten, wie es um das utopische Denken im 21. Jahrhundert bestellt ist, dieses wieder zum Thema der Auseinandersetzung machen und einen Beitrag dazu leisten ganz andere Verhältnisse nicht nur zu denken, sondern auch in Angriff zu nehmen.

Besonders die Leinwände der Kinos fungierten in den letzten Jahren als Projektionsflächen für Dystopien und setzten die Angst vor totalitärer Kontrolle und allumfassendem Chaos in Szene. Wir wollen aber die Filme sehen und diskutieren, die etwas anderes zeigen oder zumindest andeuten, denn der Film ist als Kunstform besonders dafür geeignet, andere Bilderwelten zu erschaffen und einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

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