Link zur Startseite

20.9.2020: „Es könnte anders sein. Utopisches Denken für das 21. Jahrhundert" - Filmbrunch #2 - "Black Panther"

Veranstaltungsreihe

Beginn:
20.09.2020, 11:00 Uhr
Ende:
20.09.2020, 16:00 Uhr
Hinweis:
Die Veranstaltungsreihe findet von September - Oktober 2020 statt.
Ort:
Forum Stadtpark
Stadtpark 1
8010  Graz
Veranstalter:
GKP - Steirische Gesellschaft für Kulturpolitik & Forum Stadtpark
  Graz
Web: http://www.gkp.steiermark.at/
Es könnte anders sein. Utopisches Denken für das 21. Jahrhundert 
Es könnte anders sein. Utopisches Denken für das 21. Jahrhundert

USA 2018, Regie: Ryan Coogler, 135 Min. (DF)

T'Challa kehrt, nachdem sein Vater bei einem Anschlag ums Leben gekommen ist, nach Wakanda zurück, um der neue Black Panther und König des afrikanischen Landes zu werden. Wakanda ist durch einen seltenen Bodenschatz, dem sogenannten „Vibranium", hochentwickelt, schottet sich aber von der Welt ab. Verschiedene Kräfte versuchen T'Challa vom Thron zu vertreiben und Zugang zum Reichtum des Landes zu bekommen. Der Film ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Er wurde als "Black Utopia" gelesen und als Sinnbild für die Entwicklung des Kontinents ohne die Verwüstungen des Kolonialismus. Im Hinblick auf die Frage, wie diese Gesellschaft organisiert sein könnte, ist der Film jedoch extrem einfallslos, wenn nicht reaktionär, weil er bloß eine weitere technizistische Utopie anbietet und Wakanda patriarchal und feudalistisch organisiert ist. Das tat dem großen Erfolg des Films keinen Abbruch, zeigt aber, wie schwierig es heute zu sein scheint, sich eine gesellschaftliche Ordnung vorzustellen, die ganz anders ist, als die bestehende.

Vorstellung des Films: Leo Kühberger

 
Alle Infos zur Utopie-Reihe: Externe Verknüpfung www.konferenzimforum.at

In Kooperation mit: Externe Verknüpfung Forum Stadpark

 

Die Filme

Besonders die Leinwände der Kinos fungierten in den letzten Jahren als Projektionsflächen für Dystopien und setzten die Angst vor totalitärer Kontrolle und allumfassendem Chaos in Szene. Wir wollen aber die Filme sehen und diskutieren, die etwas anderes zeigen oder zumindest andeuten, denn der Film ist als Kunstform besonders dafür geeignet, andere Bilderwelten zu erschaffen und einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Achtung: Die Besucher*innenzahl ist Covid19 bedingt limitiert und es wird um Voranmeldung unter goenitzer[at]forumstadtpark.at gebeten.

Es könnte anders sein. Utopisches Denken für das 21. Jahrhundert.

Utopisches Denken, verstanden als die Vorstellung von einer anderen, einer besseren Welt, ist so alt wie die Menschheit selbst. Der von Thomas Morus geprägte Begriff der Utopie, dem Nicht-Ort, der in Zeit und Raum unbestimmt bleibt, wurde lange als eine von oben bis ins Detail durchgeplante Gesellschaft gedacht. Das 19. und 20. Jahrhundert erlebte unterschiedliche Versuche diese Utopien zu verwirklichen. Zum einen diskreditierten diese - teils katastrophalen - Erfahrungen utopisches Denken an sich, zum anderen sorgten diese Anläufe aber auch dafür, dass Utopien anders und neu gedacht werden mussten, ob nun als „Heterotopie" (Michel Foucault), „konkrete Utopie" (Ernst Bloch) oder "Utopistik" (Immanuel Wallerstein). Entscheidende Impulse zu diesem neuen utopischen Denken lieferten feministische und postkoloniale Theoretiker*innen, wie Frigga Haug oder Silvia Federici.


In der Vergangenheit waren es häufig gesellschaftliche Krisen, die einen Überschuss an utopischen Konzepten hervorbrachten und das Verlangen nach ganz anderen Verhältnissen stärkten. Heute dominieren jedoch allerorten, in der Kunst, der Wissenschaft und der Populärkultur dystopische Vorstellungen. Das „Ende der Welt" scheint, nicht zuletzt angesichts der Herausforderungen der Klimakrise, für viele Menschen vorstellbarer als eine bessere Welt. Der Satz von Theodor W. Adorno, dass „im Innersten alle Menschen, ob sie es sich zugestehen oder nicht, wissen: Es wäre möglich. Es könnte anders sein" ist Titel und Programm der Veranstaltungsreihe. Mittels dreier Formate, einer Filmreihe, einer Reihe an Lesekreisen und einer abschließenden Konferenz, wollen wir ausloten, wie es um das utopische Denken im 21. Jahrhundert bestellt ist, dieses wieder zum Thema der Auseinandersetzung machen und einen Beitrag dazu leisten ganz andere Verhältnisse nicht nur zu denken, sondern auch in Angriff zu nehmen.

War diese Information für Sie nützlich?

Danke für Ihre Bewertung. Jeder Beitrag kann nur einmal bewertet werden.

Die durchschnittliche Bewertung dieses Beitrages liegt bei ( Bewertungen).