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40 JAHRE CÓRDOBA
Fußball, Macht und Diktatur

Termine und Veranstaltungen
Terminart:
Lernen & Wissen, Freizeit/Sport
Bereich:
Frauen, Kultur, Sport/Freizeit
Beginn:
07.06.2018, 18:00

Ort: The Office Pub Graz, 1. Stock
Trauttmansdorffgasse 3

8010  Graz



Weg:
Digitaler Atlas

40 JAHRE CÓRDOBA
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40 JAHRE CÓRDOBA

FRIEDENSARBEIT
Diskussionsveranstaltung


40 JAHRE CÓRDOBA
Fußball, Macht und Diktatur

mit
Pia Hierzegger
Johannes Gießauf
Walter M. Iber
Kurt Flecker (virtuell)

Moderation & Konzept: Michael Petrowitsch

Donnerstag, 7. Juni 2018 • 18:00 Uhr • The Office Pub Graz, 1. Stock • Trauttmansdorffgasse 3, 8010 Graz

Eintritt frei
Um Reservierung wird gebeten: kultur@gkp.steiermark.at


Als »Córdoba 1978« (oft nur »Córdoba« oder »Wunder von Córdoba«, in Deutschland gar »Schmach von Córdoba« oder »Schande von Córdoba«) wird jenes Fußballländerspiel bezeichnet, das am 21. Juni 1978 im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 1978 in Córdoba, Argentinien, ausgetragen wurde. Im letzten Spiel der Zwischenrunde unterlag die deutsche Fußballnationalmannschaft als amtierender Fußballweltmeister der österreichischen Nationalmannschaft mit 2:3 Toren. Beide Mannschaften schieden dennoch aus dem Turnier aus.

Zur Mythenbildung und Mythenübertragung kommt die eigentliche Schmach von Córdoba hinzu - nämlich die Kooperation von internationalen Sportverbänden mit fragwürdigen Regimes. Ausgehend von diesem »Fußballgeschichtsmythos« richtet die Steirische Gesellschaft für Kulturpolitik einen kritischen Blick auf den Mythos von Sportgroßveranstaltungen im Allgemeinen. Dabei geht es weniger um ausgelassene Reminiszenzen, sondern vielmehr um das Verhältnis von Megasportveranstaltung zu ihren jeweiligen Bezugssystemen. Stichwort:
»Sport und Macht«.

An diesem Abend wird die Bedeutung des Sports als Zuträger und Unterstützer von Intentionen, die vorgeben einem humanistischen Gedanken der Weltoff enheit und Menschlichkeit zu dienen, beleuchtet. In Wahrheit zeichnet sie sich aber durch wirtschaftliche und machtpolitische Interessen aus. Das symbolische Kapital »Sport« funktioniert also bisweilen nicht als Verbinder und Befreier, sondern eher als Motor für gesellschaftliche Gleichschaltung, Repression und Unterdrückung.
Im Zuge des Hypes um die österreichische Damenfußballmannschaft im letzten Jahr werden auch die Relation zwischen medialer Öff entlichkeit und Wirklichkeit im Frauensport sowie Frauensportpolitik im männlich dominierten Herrschaftsdiskurs hinterfragt.



Hannes Gießauf, Walter Iber, Pia Hierzegger
Hannes Gießauf, Walter Iber, Pia Hierzegger



Pia Hierzegger:
Autorin, Theater- & Filmschauspielerin und interessierte Fußball-Anhängerin.

Johannes Gießauf:
Historiker, Ass. Prof. am Institut für Geschichte an der Karl-Franzens-Universität Graz, Kapitän der Fußballmannschaft Geschichte.

Walter M. Iber:
Historiker, Ass.-Prof. am Institut für Wirtschafts-, Sozial- und Unternehmensgeschichte an der Karl-Franzens-Universität Graz mit div. Schwerpunkten, u.a.: steirischer Fußball in der NS-Zeit.

Kurt Flecker (virtuell):
Fußballkonsument und -hinterfrager.

Michael Petrowitsch:
Ist traurig, dass seine Lieblingsmannschaft aus dem Steirer-Cup ausgeschieden ist


Titel in Anlehnung an den gleichnamigen Sammelband des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Kriegsfolgen-Forschung von Johannes Gießauf/Walter M. Iber/Harald Knoll (Hg.): Fußball, Macht und Diktatur. Streiflichter auf den Stand der historischen Forschung. StudienVerlag 2014.