Zur Startseite
 
„Nun ist er also ganz heimgekehrt!“
Die Errichtung des Tegetthoff-Denkmales in Graz am 1. Dezember 1935

Termine und Veranstaltungen
Beginn:
01.12.2015, 17:00

Ort: Tegetthoffplatz
8010  Graz




Veranstalter: GKP als Veranstalter



Denkmal im Wartestand
Tegetthoff auf der Kommandobrücke
Tegetthoff auf der Kommandobrücke

  

 

 

Lesung mit Musik

17 Uhr, Tegetthoffplatz, 8010 Graz
18 Uhr, Museum im Palais, Sackstraße 16, 8010 Graz


Eine Collage von Gerhard M. Dienes
Vortrag, Lesung: Gerhard Balluch, Gerhard M. Dienes
Musik: Peter Kunsek (Klarinette), Ulli Rennert (Elektronische Tasteninstrumente)
Keramikfiguren von Erwin Schwentner

In den 1930er-Jahren versuchte der Austrofaschismus eine Österreich-Ideologie zu etablieren, indem er das Land mit Symbolen der untergegangenen Monarchie zu festigen trachtete. Dies verdeutlicht die Errichtung des Tegetthoff-Denkmals in Graz. Wilhelm von Tegetthoff hatte 1866 in der Seeschlacht von Lissa/Vis (Adria) die italienische Flotte besiegt. Kaiser Franz Joseph ließ seinem „Seehelden" 1877 in Pola/Pula, dem Kriegshafen der k.u.k. Monarchie, ein Denkmal setzen.
1918 wurde Pola italienisch, das Standbild abmontiert und in das Marinearsenal von Venedig verfrachtet. Nach der Annäherung des autoritären Österreich an Mussolini kam es - als Geschenk des faschistischen Italien - nach Graz, wo Tegetthoff begraben liegt, und wurde am 1. Dezember 1935 im Rahmen eines pathetischen österreichisch-patriotischen Festes enthüllt.


Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Steirischen Gesellschaft für Kulturpolitik im Universalmuseum Joanneum.

Eintritt frei

Vom Tegetthoffplatz zum Museum im Palais ist ein Shuttlebus organisiert.

 

 

 


Marine-Karriere in allen Ehren

Wilhelm von Tegetthoff wurde am 23. Dezember 1827 in Marburg an der Drau, Untersteiermark, als Sohn eines k.u.k.-Oberstleutnants in eine von Maria Theresia geadelte Familie geboren. Von 1840 bis 1845 besuchte er das österreichische Marinekollegium in Venedig und wurde dort als Marinekadett ausgemustert.
Die Revolution von 1848 und die folgenden Veränderungen förderten Tegetthoffs schnelle Karriere. Er wurde zum Seeoffizier ernannt, machte während der Jahre 1848 und 1849 die Blockade von Venedig mit und wurde danach bei vielen Fahrten und Expeditionen der kaiserlichen Marine bis in die Levante und zu den sogenannten Barbareskenstaaten eingesetzt.

Zum „Seehelden" avancierte Tegetthoff durch seinen Sieg in der Seeschlacht von Lissa (Adria) am 20. Juli 1866 gegen die italienische Flotte im verlorenen Deutschen Krieg (Preußen und Italien gegen Österreich und den Deutschen Bund). Für seine Rammtaktik gegen die überlegene italienische Flotte erhielt er das Kommandeurkreuz des Militär-Maria-Theresien-Ordens, wurde zum Vizeadmiral befördert und füllte bis zu seinem Tode die Funktion eines Marinekommandanten aus. Tegetthoff erkrankte 1871 im Alter von 43 Jahren an einer Lungenentzündung, an der er noch im selben Jahr in Wien verstarb. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof von St. Leonhard in Graz. Für seine Leistungen ließ ihm Kaiser Franz Joseph 1877 in Pola/Pula, dem Kriegshafen der k.u.k.-Monarchie, ein Denkmal mit der Inschrift setzen: „Tapfer kämpfend bei Helgoland, glorreich siegend bei Lissa, erwarb er unsterblichen Ruhm für sich und Österreichs Seemacht". 1918, nach dem Zerfall der Donaumonarchie, wurde Pola italienisch, das Standbild abmontiert und in das Marinearsenal von Venedig verfrachtet. Nach der Annäherung des autoritären Österreichs an Mussolini kam es - als Geschenk des faschistischen Italiens - nach Graz und wurde am 1. Dezember 1935 im Rahmen eines Pathos-getränkten Österreich-patriotischen Festes in einem Park an der Grazer Elisabethstraße enthüllt. Fast 80 Jahre später wird es seit geraumer Zeit restauriert - momentan ist nur der Sockel zu sehen.