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„Richard Zach – Kurzes Leben mit großem Werk“
Gedenkstätten Brandenburg an der Havel

Termine und Veranstaltungen
Beginn:
19.02.2015, 20:00

Ort: Gedenkstätten Brandenburg an der Havel
Brandenburg




Veranstalter: GKP als Kooperationspartner



Die bislang in Graz bzw. der Steiermark nicht vorgestellte Lesung (mit Musik) von Gerhard M. Dienes über Leben und Werk von Richard Zach wurde nicht nur im Austria Kulturforum Berlin präsentiert, sondern wird nun am 19. Februar auch im ehemaligen Zuchthaus Brandenburg dem steirischen Dichter und Widerstandskämpfer gewidmet, der 72 Jahre zuvor - am 27. Jänner 1943 - im Alter von nur 23 Jahren im damaligen Zuchthaus Brandenburg-Görden hingerichtet worden war.


Vorangegangen waren Jahre des aktiven Widerstands gegen den austrofaschistischen Ständestaat und den Nationalsozialismus. In Lyrik, Prosa und Briefen, die auf teils abenteuerlichen Wegen wieder aufgetaucht sind, erweist sich der junge Widerstandskämpfer als kraftvoller Sprachkünstler. Ein zentrales Motiv seiner Arbeiten ist das Blind-, Taub- und Lahmsein, dem stellt er die Aufforderung zum Schauen, Hören und Tätigsein gegenüber.
Richard Zach stammte aus einer steirischen Arbeiterfamilie und wuchs in einem sozialdemokratisch eingestellten Elternhaus auf. Frühe Kontakte mit jungen Kommunisten und Sozialisten resultierten in reger politisch-kultureller und gegen den austrofaschistischen Ständestaat gerichteten Tätigkeit in der christlichen Arbeiterbewegung. Um ihn bildete sich bald eine Gruppe von jungen Menschen, die nach der Übernahme der Macht durch die Nationalsozialisten insbesondere gegen das System gerichtete Informations- und Agitationsarbeit leistete. Nach kurzer Dienstleistung in der Wehrmacht wurde Richard Zach Ende 1941 verhaftet, im April 1942 nach Berlin-Moabit überstellt und schließlich hingerichtet.
In der Haft entstanden sowohl Prosa als auch rund 800 Gedichte.
Eindrucksvoll präsentiert der Doyen des Grazer Schauspielhauses, Gerhard Balluch, einen Querschnitt aus dem Werk Richard Zachs, musikalisch untermalt von den Klarinettenklängen des Grazer Jazzmusikers Peter Kunsek und kenntnisreich kommentiert durch den Kulturhistoriker Gerhard M. Dienes.